04. Juli 2011

Authentizität ist unprofessionell

sagt mein Freund und Kollege Jürgen Kugele im Interview in der Süddeutschen Zeitung.

Damit scheint er anzuecken, weil der die "moralische Aufladung" des Begiffes authentisch, die gerade in der letzten Zeit stattgefunden hat, in den Fokus rückt.

Meine Erfahrung ist, 100% authentische Führungskräfte scheitern in  Organisationen, weil sie die Anforderungen und Erwartungen an ihre Rolle ausblenden. Es braucht eine professionelle Haltung, die gut mit der eigenen Persönlichkeit verknüpft ist, aber ebenso eine wirksame Bearbeitung des mikropolitischen Kontextes, der in Organisationen immer da ist.

Kurzum, Rollen und wie sie in einer Organisation ausgestaltet sind, sind kein Selbstzweck, sondern Mittel der Organisation um Wertschöpfung und Zielerreichung sicherzustellen. Parallel dazu sind Rollen aber auch das „Vehikel“ in dem sich die Vielzahl der Verhaltenserwartungen, die in der Organisation an eine Person und Position gerichtet werden, abbildet. Damit sind Rollen auf keinen Fall „objektiv“, sondern immer das Ergebnis eines Aushandlungsprozess, der dazu auch noch ständig im Fluss ist….

P.S.: ..und Herr Ochmann hat in Stern online auch gleich reagiert und geht der Frage nach:

"Was also ist davon zu halten, wenn ein einflussreicher Coach rät, gerade Führungskräfte sollten es mit der Authentizität nicht zu weit treiben?"