Die wirksame Botschaft zum Jahresanfang

Hatten sie schon ihr Jahresauftakt Meeting? War es interessant und gut gemacht? Was ist ihnen Positives in Erinnerung geblieben und welche Botschaft nehmen sie mit?

Es ist eine Binsenweisheit: Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Trotzdem reden die allermeisten Manager, wenn sie eine neue Initiative in ihrer Organisation vorstellen, lieber von sich und ihrer herausragenden Entscheidung, als von dem Nutzen für die Menschen, die das im Unternehmen dann umsetzen.

In langweiligen Emails („a letter from the CEO“), Meetings, bei denen ihr Redeanteil über 85% liegt und gestylten Imagevideos und PowerPoint- Präsentationen senden sie nur in eine Richtung und verlassen meistens dann die Bühne, wenn die Interaktion mit dem Publikum beginnen könnte. Über wirksame Formate mit denen sie mit ihrer Jahresauftakt- Botschaft mit den Adressaten in Interaktion treten, habe ich in dem Blogbeitrag „Energizer für das Jahresauftakt Meeting“ bereits berichtet.

Heute geht es um den Inhalt und die bewusste Inszenierung ihrer Informationspolitik. Mein Freund und Kollege Giso Weyand kennt die fünf Kriterien, die eine wirksame Informationspolitik erfüllen muss:

  1. Sie erzielt Aufmerksamkeit.
  2. Sie hält die Spannung bis zum Schluss.
  3. Sie ist verständlich.
  4. Die Botschaft muss enthalten sein.
  5. Sie löst einen Impuls aus.

Besonders die letzten beiden Punkte machen einen Unterschied zu den heute meist üblichen Jahresauftakt Meetings. Die wirksame Botschaft informiert nicht nur spannend und verständlich, denn das ist gut gemachte Managementkommunikation heute auch. Der Unterschied, den die abgestimmte Informationspolitik eines wirksamen Kapitäns zu den üblichen PowerPoint Schlachten macht, ist:

  • Sie hat eine Botschaft, d.h. etwas zu sagen, dass die Adressaten als sinnvoll und nützlich ansehen.
  • Sie (be)trifft die Adressaten und löst bei denen einen Handlungsimpuls aus.

Eine Botschaft zu entwickeln, die einen Handlungsimpuls auslöst, weil sie mich irritiert, verwundert, neugierig oder ärgerlich macht, ist harte Arbeit. Häufig wird sich hierbei zu wenig Mühe gegeben und der Fehler gemacht, die Argumente, die mich meiner Entscheidung bewogen haben, schlicht auch zur Botschaft zu erklären. Doch das ist zu kurz gesprungen!

Eine wirksame Botschaft entsteht in einem Prozess, der mehrere Schleifen durchläuft. Er ist vergleichbar mit dem Brennen von Schnaps:
„In einem mehrstufigen Brennprozess wird am Ende das Edelste, nämlich die Essenz abgesetzt. (…) Das sind zwei oder drei Elemente, die [den Kern] ausmachen. Ich nenne diese Essenz Botschaftslinie, weil sie meist nicht nur aus einer einzigen Botschaft, sondern aus einer Linie von zwei oder drei guten Botschaften besteht, die gemeinsam eine unverwechselbare Einheit bilden“. (Weyand 2010)

Mit den folgenden Reflexionsfragen leiten sie diesen mehrstufigen Brennprozess ein:

  • Wenn wir unsere Initiative mit nur einem Satz beschreiben sollen – wie lautet er?
  • Welche drei Punkte machen diese Initiative besonders, d.h. bildet für den Adressatenkreis unserer Botschaft einen Unterschied, der einen Unterschied macht?
  • Ist der eine Satz, der unsere Initiative beschreibt, allgemein verständlich, einfach und sachlich formuliert (und versucht eben nicht durch eingeschobene Relativsätze doch alle Facetten wiederzugeben)?
  • Die drei genannten Unterschiede wirken so interessant, dass Adressaten auf jeden Fall nachfragen und mehr wissen wollen?

 

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