Führungsteams sind die besseren Führungskräfte

Die Zeiten der einsamen Helden an der Spitze eines Unternehmens sind vorbei. Führungsteams sind die bessere Alternative. Denn sie können mit Komplexität besser umgehen – wenn sie sich ihrer Unterschiede bewusst sind, ihre Heterogenität nutzen, gemeinsam Verantwortung tragen und stets in alternativen Szenarien denken, statt Entscheidungen als „alternativlos“ durchzupeitschen.

Denn „alternativlos“ ist angesichts der derzeitigen Herausforderungen, die durch Dynamik, Ungewissheit und Disruption gekennzeichnet sind, nichts mehr. Führung kann nur gemeinsam gelingen. Aber der Teufel steckt im Detail: Zu oft wird nur eine formale Doppelspitze oder Managementrunde installiert, in der die anwesenden Personen ihre Ressorts vertreten und eifersüchtig darauf achten, dass jeder Schuster bei seinen Leisten bleibt.

Damit man diesem Teufel nicht begegnet, habe ich bei linkedin learning einen Kurs veröffentlicht, der sie auf dem Weg begleitet.

Olaf Hinz bei linkedin learning

Ich zeige in diesem Videokurs fünf praktische Schritte, die Führungskräfte gehen sollten, die ihre Bereichsgrenzen überwinden wollen. Denn Führungskräfte, die sich entschlossen haben, ein Führungsteam zu bilden, sind nicht nur erfolgreicher, sondern auch gelassener, in vielen Punkten weniger belastet und persönlich zufriedener als jene Gruppen von Manager*innen, die sich nur als „Managementrunde“ verstehen. Das funktioniert im Übrigen auch in tieferen Hierarchieebenen, nicht nur im Topmanagement.

 

Dies gilt insbesondere dann, wenn sie es schaffen, ihr Alphatier-Gehabe hinter sich zu lassen. Und: Wer Macht und Einfluss teilt, muss noch lange nicht auf die individuellen Erfolge verzichten. Denn es soll in einem wirksamen Führungsteam nicht darum gehen, Alpha-Tiere auszuschließen oder umzuerziehen. Vielmehr sollen die speziellen Qualitäten im Sinne eines produktiven Unterschieds genutzt werden. Führungsteams brauchen daher eine gute „beidhändige“ Kompetenz, um erfolgreich zu kooperieren. Und gleichzeitig genügend Raum für das individuelle Verhalten jedes einzelnen Führungsteam-Mitglieds.

Wenn sich Führungskräfte zu einem Führungsteam zusammenfinden, ist es ist ganz normal, dass sich im Laufe des Prozesses Reibungen zeigen. Jeder muss dadurch ein Stück seiner Autonomie aufgeben, sorgt sich um seine Interessen und fürchtet Macht- und Einflussverlust.
Mit Macht und Autorität gelassen umzugehen, ist deshalb unabdingbar. Das gelingt etwa durch regelmäßige, gemeinsame Reflexionsschleifen, denn so lernen die Teams, dysfunktionales Alphatier-Gehabe und die dunkle Seite der Macht in ihrem Verhalten effektiv zu steuern.

Deshalb ist es wichtig, mit den im Team vorhandenen Macht- und Einflussdifferenzen nicht Spielchen zu treiben, sondern einen verbindlichen Umgang zu verabreden. „Heikles“ wird dann endlich in gemeinsamem Dialog statt in bilateralen Hintergrundgesprächen besprochen. Und echte Gegensätze werden so zugespitzt, dass sie mit Wertschätzung und Würdigung der Leistung des anderen ausgetragen werden.

P.S.: Natürlich gibt es die fünf Schritte zum wirksamen Führungsteam auch als Buch..

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