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	<title>struktur Archive - Olaf Hinz - wirkt - Hamburg</title>
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	<description>Bevor das Veränderungsprojekt vom Kurs abkommt, den Lotsen dazuholen.</description>
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	<title>struktur Archive - Olaf Hinz - wirkt - Hamburg</title>
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		<title>„Wir brauchen einen neuen Chef&#8220; – ein teurer Irrtum im Change</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Olaf Hinz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2026 12:34:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lotsenblog]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn der Druck steigt, greift eine Organisation gern zur selben Lösung: Sie holt eine neue Führungspersönlichkeit. In der Digitalisierung war es der CDO. Im KI-Hype ist es der Chief AI Officer. In der Unternehmenskrise ist es der Sanierer mit dem großen Namen. Die Logik dahinter klingt einleuchtend: Die richtige Person an der Spitze wird es [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.hinz-wirkt.de/lotsenblog/artikel/6713-wir-brauchen-einen-neuen-chef-ein-teuerer-irrtum-im-change/" data-wpel-link="internal">„Wir brauchen einen neuen Chef&#8220; – ein teurer Irrtum im Change</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.hinz-wirkt.de" data-wpel-link="internal">Olaf Hinz - wirkt - Hamburg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="6713" class="elementor elementor-6713" data-elementor-post-type="post">
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									<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Wenn der Druck steigt, greift eine Organisation gern zur selben Lösung: Sie holt eine neue Führungspersönlichkeit. <br />In der Digitalisierung war es der CDO. Im KI-Hype ist es der Chief AI Officer. In der Unternehmenskrise ist es der Sanierer mit dem großen Namen. Die Logik dahinter klingt einleuchtend: <strong>Die richtige Person an der Spitze wird es richten.</strong><br />Tut sie meistens nicht. Nicht weil die Person falsch gewählt wurde – sondern weil die Frage falsch gestellt war.</p>								</div>
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									<h6 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]"><strong>Warum wir zur Personalisierung neigen</strong></h6><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Es ist menschlich. Wir suchen in komplexen Situationen nach einem Gesicht, einer Verantwortung, einer Erklärung. Günter Ogger beschrieb das bereits Anfang der 1990er in <a class="underline underline underline-offset-2 decoration-1 decoration-current/40 hover:decoration-current focus:decoration-current" href="https://www.amazon.de/Nieten-Nadelstreifen-Deutschlands-Bosse-Abseits/dp/3423300418" target="_blank" rel="noopener external noreferrer" data-wpel-link="external">Nieten in Nadelstreifen</a>: Manager, die ihren Status schützen, indem sie Probleme personalisieren statt zu lösen. Das Muster ist nicht verschwunden – es hat nur neue Namen bekommen.</p><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Heute heißt es: Wir brauchen jemanden, der KI wirklich versteht. Wir brauchen jemanden, der unsere Kultur verändert. Wir brauchen jemanden, der Tempo macht.<br />Was wir tatsächlich brauchen, steht selten in der Stellenanzeige.</p>								</div>
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									<h6 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]"><strong>Was wirklich das Verhalten in Organisationen steuert</strong></h6><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Mitarbeitende in Organisationen sind klug. Sie beobachten nicht nur, was die neue Führungskraft sagt – sie beobachten genauso, was das System belohnt, was es bestraft und was es stillschweigend duldet.</p><p>Peter Senge bringt das in <a class="underline underline underline-offset-2 decoration-1 decoration-current/40 hover:decoration-current focus:decoration-current" href="https://www.amazon.de/Die-f%C3%BCnfte-Disziplin-Kunst-lernenden/dp/3791031503" target="_blank" rel="noopener external noreferrer" data-wpel-link="external">Die fünfte Disziplin</a> auf den Punkt: <em><br />Innerhalb desselben Systems erzeugen alle Menschen, so verschieden sie auch sein mögen, tendenziell die gleichen Ergebnisse.</em></p><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Was ich als Lotse immer wieder beobachte: Die Energie in der Anfangsphase gilt fast immer der Person – ihrer Vision, ihrem Stil, ihrer Ausstrahlung. Die Frage nach den Strukturen, die das neue Verhalten überhaupt erst ermöglichen müssten, kommt zu spät oder gar nicht.</p><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Ein Beispiel: Ein Fahrzeugbauer will in eine neue Antriebstechnologie investieren. Er kauft ein erfolgreiches Start-up samt Team und Patenten, gründet eine eigenständige GmbH, hundert Kilometer vom Stammhaus entfernt. Das Expertenteam ist exzellent. Es kommt ein GmbH Geschäftsführer, der sich mit Fahrzeugbau und Antrieben auskennt und sich engagiert um die Technologie kümmert: Die Produktentwicklung läuft. Erste Prototypen finden bei Kunden Anklang. </p><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Aber der Vertrieb liegt beim Stammhaus – und dort gelten andere Anreize. Das Standardprogramm verkauft sich leichter, die Provisionsstruktur belohnt Volumen, nicht Innovation. Wenige haben Energie, den aufwendigen Prototypenvertrieb zu übernehmen. Eine strukturelle Integration zwischen GmbH und Stammhaus findet nie statt. Man spricht intern von der „Entwicklerbude.&#8220;</p><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Nach drei Jahren ist die GmbH insolvent. Nicht wegen des Produkts. Nicht wegen des Teams. Nicht wegen des Geschäftsführers. Sondern weil die Strukturen des Stammhauses das neue Geschäftsmodell von Anfang an verhindert haben –<strong> still, systematisch und ohne böse Absicht.</strong></p>								</div>
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									<p><strong>Struktur kommt vor Psyche.<br /></strong> <strong>Nicht weil Menschen unwichtig wären. Sondern weil sie in Organisationen immer innerhalb von Rahmenbedingungen handeln – und diese Rahmenbedingungen das Verhalten weit stärker prägen als die Persönlichkeit an der Spitze. </strong><br /><a class="underline underline underline-offset-2 decoration-1 decoration-current/40 hover:decoration-current focus:decoration-current" href="https://www.hinz-wirkt.de/lotsenblog/artikel/6125-kulturwandel-und-der-unsinn-mit-dem-mindset/" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"><span style="text-decoration: underline;">Wie das im Kontext von Kulturwandel konkret aussieht, habe ich hier beschrieben.</span></a></p>								</div>
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									<h6 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]"><strong>Was das für wirksame Transformation bedeutet</strong></h6><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Eine neue Führungspersönlichkeit, die in dasselbe System eintritt, wird von diesem System geformt – nicht umgekehrt. Zumindest nicht ohne bewusste Arbeit an den Strukturen.<br />Typische Beispiele solcher Strukturen sind Kompetenzregelungen, Entscheidungswege, Anreizsysteme, Prozessbeschreibungen – aber auch informelle Gepflogenheiten: Wen fragt man wirklich, bevor eine Entscheidung fällt? Wer darf im Meeting widersprechen?</p><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Wer eine digitale Transformation, eine Kulturveränderung oder eine Sanierung ernsthaft angehen will, stellt deshalb zunächst andere Fragen:</p><ul><li class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Welche Strukturen erzeugen das Verhalten, das wir verändern wollen?</li><li class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Welche Anreize stehen dem entgegen?</li><li class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Welche informellen Regeln sind mächtiger als die formellen?</li></ul><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, wird klar, welche Führungsrolle tatsächlich gebraucht wird – und was diese Person wirklich leisten kann.</p><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Einene neuen CEO einzustellen, bevor diese Fragen geklärt sind, ist teuer. Und meistens folgenlos.</p><p>Wo wirksames Change Management stattdessen ansetzt – und warum <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.hinz-wirkt.de/lotsenblog/artikel/6281-akzeptanz-kommt-vor-widerstand/" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Akzeptanz vor Widerstand kommt – das lesen Sie hier.</a></span></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://www.hinz-wirkt.de/lotsenblog/artikel/6713-wir-brauchen-einen-neuen-chef-ein-teuerer-irrtum-im-change/" data-wpel-link="internal">„Wir brauchen einen neuen Chef&#8220; – ein teurer Irrtum im Change</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.hinz-wirkt.de" data-wpel-link="internal">Olaf Hinz - wirkt - Hamburg</a>.</p>
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		<title>Statt der Psyche, lieber die Struktur in den Fokus nehmen</title>
		<link>https://www.hinz-wirkt.de/lotsenblog/artikel/5454-statt-der-psyche-lieber-die-struktur-in-den-fokus-nehmen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Olaf Hinz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Apr 2023 06:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lotsenblog]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>3. von 11 Prinzipien für Führung bei Ungewissheit Obstkorb, Kickertisch und der Bürohund. Was tut man nicht alles, um in diesen Zeiten Mitarbeitende zu halten bzw. zu rekrutieren.Sie kümmern sich um die individuellen Wünsche, Sorgen und Nöte jeder einzelnen Person und deren &#8222;Psyche&#8220; und bemühen sich um faire Vereinbarungen. Aber trotzdem bleibt die Produktivität und [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.hinz-wirkt.de/lotsenblog/artikel/5454-statt-der-psyche-lieber-die-struktur-in-den-fokus-nehmen/" data-wpel-link="internal">Statt der Psyche, lieber die Struktur in den Fokus nehmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.hinz-wirkt.de" data-wpel-link="internal">Olaf Hinz - wirkt - Hamburg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="5454" class="elementor elementor-5454" data-elementor-post-type="post">
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<h3 class="wp-block-heading">3. von 11 Prinzipien für Führung bei Ungewissheit</h3>

<p class="wp-block-paragraph">Obstkorb, Kickertisch und der Bürohund. Was tut man nicht alles, um in diesen Zeiten Mitarbeitende zu halten bzw. zu rekrutieren.<br />Sie kümmern sich um die individuellen Wünsche, Sorgen und Nöte jeder einzelnen Person und deren &#8222;Psyche&#8220; und bemühen sich um faire Vereinbarungen. Aber trotzdem bleibt die Produktivität und das Engagement auf einem ähnlichen Level, so richtig ändert sich nichts. Woran liegt das ?</p>

<p class="wp-block-paragraph">Um Menschen auch in der komplexen Dynamik und Ungewissheit robust zu führen, verabschieden Sie sich bitte nicht nur vom Glauben an das „richtige“ Betriebssystem, sondern auch gleich von dem eindimensionalen personenfokussierten Denken, das die klassische Führungslehre immer noch beherrscht. Diese Führungslehre ist traditionell auf Methoden und Tools konzentriert, wie ich im P<a href="https://www.hinz-wirkt.de/lotsenblog/artikel/5422-statt-kompliziert-zu-fuehren-lieber-durch-die-komplexitaet-navigieren/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">rinzip eins ja schon aufgezeigt habe</a>. Dann kommt lange nichts, und wenn dann einmal der Mensch in den Blick genommen wird, wird er fast immer auf seine Psyche reduziert. Gute Menschenführung wird in diesem Modell mit psychologisch-pädagogischer Diagnosearbeit verbrämt, weil der Fokus auf die individuelle Beeinflussung von Mitarbeitern, genannt Motivation, verengt wird und die Handlungsmuster guter Führung küchenpsychologisch unterfüttert werden.</p>

<h4 class="wp-block-heading">Nicht an der Psyche von Mitarbeitenden herumfummeln</h4>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Vergessen wir nicht: Die Menschen sind nur auf der Arbeit, d.h., sie verbinden mit der Tätigkeit in einer Organisation auch immer den Zweck des Broterwerbs. In ihrem Team sind sie meist mit Menschen zusammen, die sie sich nicht ausgesucht haben, sondern Führungskräfte und Personalreferenten haben diese Gruppe nach vornehmlich fachlichen Gründen zusammengestellt. Deshalb sind es ja auch meine Kollegen, mit denen ich einen Teamentwicklungsworkshop mache und nicht meine Freunde!</p>
</blockquote>

<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wer erfolgreich auf Sicht segeln will, geht deshalb weg vom Psyche-Fokus hin zum systemischen Verständnis von Führung. Struktur kommt vor Psyche, lautet einer der Arbeitsgrundsätze dieser Führungslehre, welche die konkrete Arbeitsumgebung und nicht die psychische Disposition in den Vordergrund stellt. </strong></p>

<p class="wp-block-paragraph">Deshalb geht der Blick eines in Ungewissheit erfahrenen Kapitäns zunächst auf den Kontext – die Organisation und die Struktur –, in dem er das Schiff segeln will. Denn er weiß: Mitarbeiter eines Unternehmens, die klug und nicht naiv sind, richten ihr Verhalten natürlich an den Richtlinien und Gepflogenheiten in diesem Unternehmen aus; seien sie nun formell oder nur informell bekannt. Sie erkundigen sich, wie die Usancen sind, wen man besser nicht fragt und wo man die Berechtigungen für die PC-Laufwerke erhält.<br />Typische Beispiele formeller Strukturen sind Kompetenzregelungen, Prozessbeschreibungen/ Organisationshandbücher, Organigramme, aber auch Grundsätze der Zusammenarbeit und Führung oder die in Besprechungsräumen ausgehängten Unternehmenswerte. Diese Strukturen im Unternehmen sind es, die den Rahmen bilden, in dem die Führungskraft dann handeln kann und soll. Daher muss wirksame Führung dies zunächst ins Zentrum der Aufmerksamkeit stellen. Daher führt auch die Idee einer „authentischen Führung“ in den Wald, wie ich in später in Prinzip sieben noch ausführlich zeigen werde.<br />Ein alleiniger Blick auf die Person und ihr Verhalten, das „abgekoppelt“ von der Unternehmung passiert, erfüllt die Erwartungen an professionelle Führung bei Ungewissheit nicht!</p>
<h4 class="wp-block-heading">Unternehmen als System begreifen</h4>

<p class="wp-block-paragraph">Menschen sind offensichtlich bereit, in anständigen Unternehmen/Organisationen zu arbeiten, und verzichten dabei freiwillig auf Handlungsoptionen, die sie individuell weiter ausüben könnten. Sie verzichten also auf individuelle Freiheit und sind bereit zur Kooperation, d.h., sie nehmen den Einfluss anderer auf ihre Handlungen in Kauf, weil sie sich dadurch neue Möglichkeiten versprechen.</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.studysmarter.de/schule/psychologie/hauptstroemungen-der-psychologie/emergenz/" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external">Denn erfolgreiche Organisationen sind faszinierende Systeme der Emergenz, d.h., sie erreichen durch das Zusammenführen vieler Einzelteile etwas Neues, das mehr als die bloße Summe dieser Einzelteile ist</a>. Dieses Phänomen der Emergenz ist einer der wichtigsten Gründe für das Auftreten und Fortbestehen von Unternehmen/Organisationen.Personen stellen ihre Arbeitsleistung der Organisation zur Verfügung, weil sie an deren höherer, emergenter Wertschöpfung beteiligt sein wollen. Sie erwarten eine Entlohnung, die sie gegen Güter und Dienste tauschen, welche ihre individuellen Bedürfnisse befriedigen</p>

<p class="wp-block-paragraph">Arbeit in einer Organisation wird in Arbeitsteilung organisiert. Das Auftreten von Arbeitsteilung führt zum Phänomen, dass für die Organisation die Person zum Personal wird. Die Organisation nutzt und entlohnt nur bestimmte Fähigkeiten der mitarbeitenden Personen. Die Menschen werden dann zu Personal, d.h. zum Mitarbeiter, wenn sie in die Organisation eintreten, um ihre zugewiesene Aufgabe zu erfüllen.</p>

<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Mensch als Ganzes ist der Organisation letztendlich gleich und als Individuum auch ersetzbar. Die beteiligten Mitarbeiter lassen sich auf diesen „Deal“, u.a. unter der Nebenbedingung einer „angemessenen Entlohnung“, ein.</strong></p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Für die Organisation ist es ökonomisch sinnvoll, dass sie sich unabhängig von Personen macht. Sie sind bereits „abhängig“ vom Personal und den benötigten Fähigkeiten, daher muss der/die Einzelne zumindest austauschbar bleiben. Nur so erhält sich die Organisation die notwendige Freiheit und Flexibilität zur Anpassung an neue Ziele/Visionen. <a href="https://www.hinz-wirkt.de/lotsenblog/artikel/3411-wie-fuehrt-man-ein-kernkraftwerk-achtsam/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Moderne Führungskräfte arbeiten vor allem am System – und eben nicht nur im System.</a></p>
</blockquote>

<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="861" class="wp-image-5456" src="https://www.hinz-wirkt.de/wp-content/uploads/2023/04/05_-_Arbeit_am_System-1024x861.png" alt="" srcset="https://www.hinz-wirkt.de/wp-content/uploads/2023/04/05_-_Arbeit_am_System-1024x861.png 1024w, https://www.hinz-wirkt.de/wp-content/uploads/2023/04/05_-_Arbeit_am_System-300x252.png 300w, https://www.hinz-wirkt.de/wp-content/uploads/2023/04/05_-_Arbeit_am_System-768x645.png 768w, https://www.hinz-wirkt.de/wp-content/uploads/2023/04/05_-_Arbeit_am_System.png 1247w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>

<p class="wp-block-paragraph">Denn es geht darum, das Unternehmen erfolgreich zu führen, und dafür braucht die Führungskraft nicht jeden einzelnen Mitarbeiter psychologisch kennenzulernen. Sie führt das Personal, nicht Personen. Sie muss allerdings sehr genau verstehen, wie das Spiel Personalführung läuft, d.h. nach welchen Regeln Personen bereit sind, freiwillig auf individuelle Handlungsoptionen zu verzichten, um in Arbeitsteilung den Emergenzgewinn „einzustreichen“. Deshalb sucht eine wirksame Führungskraft bei Schwierigkeiten zunächst auch nicht nach einem Schuldigen, d.h. einer Person, die durch individuelles, „falsches“ Verhalten etwas auslöst, das repariert werden muss. Sondern sie fragt, ob die Prinzipien der Unternehmung tatsächlich so gelebt werden und die Strukturen so sind, dass Emergenzgewinne überhaupt eintreten können.</p>

<h4 class="wp-block-heading">&#8230;und darum ist &#8222;burn out&#8220; eben kein privates Thema</h4>

<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein weitverbreitetes Missverständnis, dass „Burn-out“-Prävention eine Frage des zu korrigierenden persönlichen Verhaltens am Arbeitsplatz ist und Personen daher auf mehr Gesundheit und Resilienz trainiert werden müssen. <strong>Burn-out-Prävention ist in erster Linie eine Frage an die Struktur in der Organisation/im Unternehmen.</strong> „Struktur kommt vor Psyche“ bedeutet hier, dass Führungskräfte im Unternehmen</p>

<ul class="wp-block-list">
<li>zunächst schauen sollten, ob die Anforderungen an die beruflichen Rollen stimmig und realistisch sind, statt kostenlose Check-ups in der Uniklinik anzubieten;</li>

<li>in Erfahrung bringen sollten, ob die Ressourcenausstattung zur Aufgabe passt, statt Erholungsinseln und Inhouse-Massagetermine einzurichten;</li>

<li>ihr Augenmerk darauf richten sollten, ob und wie das Personal geführt wird, bevor Coaching und Teamentwicklung beauftragt werden;</li>

<li>zuerst Energie in eine wirksame Organisations- und Kulturentwicklung stecken sollten, statt am Symptom orientierte Schulungen à la „Wie baue ich meinen beruflichen Stress ab“ anzubieten.</li>
</ul>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Es ist unverantwortlich, wenn das wichtige Thema „Burn-out“ allein auf einer individualpsychologischen Ebene „abgehandelt“ und mit pädagogischen Tools wie „Resilienztraining“ outgesourct wird. So werden Themen, die vor allem die Organisation auslöst und verantwortet, an die einzelnen Personen „wegdelegiert“, und es wird nicht auf die Suche gegangen, ob das Unternehmen selbst erschöpft oder ausgebrannt ist.</p>
</blockquote>

<p class="wp-block-paragraph">Dabei gibt es für mich keinen Zweifel: „Burn-out“ existiert und Personen leiden darunter. Jedem Einzelnen, der/die von der Erkrankung „Burn-out“ betroffen ist, muss durch professionelle Begleitung geholfen werden.<br />Wenn aber zur gleichen Zeit nicht auch auf die Organisation, die Struktur, die Strategie, die Führung, die Anreize, die Ressourcenausstattung etc. geschaut wird, ist das schlechte Unternehmensführung!</p>
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />
<p class="wp-block-paragraph">Dieser Blogbeitrag <a href="https://www.hinz-wirkt.de/lotsenblog/artikel/5287-11-prinzipien-fuer-wirksame-fuehrung-bei-ungewissheit/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">ist Teil einer elfteiligen Serie</a> in der die Aufforderung ergeht, Ihr bisheriges Repertoire zu erweitern und bewährtes Führungswerkzeug zu ergänzen. <strong>Denn in einer Welt der Mehrdeutigkeit kann es kein neues, einziges und überragendes Führungsparadigma mehr geben. Über diesen elf Aufforderungen, etwas dazuzulernen, „thront“ ein Prinzip, auf dem das „Segeln auf Sicht“ sich gründet: die Drei-I-Rege</strong>l</p>

<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Führung unter Ungewissheit ist<br />a) inkrementell: weil große Pläne schon veraltet sind, bevor sie erscheinen;<br />b) interaktiv: weil einsame Helden mit ihrem Latein im VUCA-Wetter am Ende sind;<br />c) iterativ: weil Komplexität nicht in einem Zug bewältigt werden kann.</p>
</blockquote>

<p class="wp-block-paragraph"> </p>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://www.hinz-wirkt.de/lotsenblog/artikel/5454-statt-der-psyche-lieber-die-struktur-in-den-fokus-nehmen/" data-wpel-link="internal">Statt der Psyche, lieber die Struktur in den Fokus nehmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.hinz-wirkt.de" data-wpel-link="internal">Olaf Hinz - wirkt - Hamburg</a>.</p>
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