Prinzipien statt Regeln

denn Prinzipien sind Regeln in unserer vielfältigen, flexiblen und ungewissen Welt überlegen!

Regeln sind allgegenwärtiger Bestandteil unseres (Arbeits-)lebens. Sie formulieren, was zu tun ist. Das ist bei Situationen, die bekannt oder gut vorhergesehen werden können gut und sinnvoll. Man muss nicht diskutieren und entscheiden, was zu tun ist, man folgt einfach der Regel. Basta!

Ich plädiere für mehr Prinzipien und weniger Regeln, weil

  • Prinzipien keine Vorgabe machen, was zu tun ist und deshalb jede Situation eine konkrete Entscheidung erfordert. Dieser „Zwang“ zur Entscheidung schafft Transparenz und Verantwortung.
  • die Kontrolle auf Einhaltung der Regeln nicht nur mühsam, sondern auch nicht wertschöpfend ist.
  • Regeln, und seien sie noch so umfassend oder für unterschiedlichste Situationen und Fälle definiert, nie die Komplexität der Realität abbilden können – Prinzipien gelten immer: auch für unvorhersehbare Ausnahmen.
  • Regeln einen heldenhaften Führungsstil des “Command & Control” unterstützen, den ich für demotivierend und nicht zukunftsrobust halte.
  • Prinzipien sowohl einen Rahmen abstecken, in dem Handlungsraum für Selbstständigkeit, Kreativität und Verantwortungsübernahme entsteht, als auch Beliebigkeit verhindern.

Wirksame Prinzipien sind z.B.

  1. Kundenzufriedenheit und die aktive Einbindung der Stakeholder
    schaffen ein Ergebnis, das von den Nutzern akzeptiert und als wertvoll gesehen wird. Denn die Benutzer des Produktes, und nicht die Ersteller, bestimmen, ob ein Produkt erfolgreich ist oder nicht.
  2. Gruppenmeinung vor Einzelmeinung
    Nutzen sie die Kraft der Gruppe, indem man Unterschiede, Hoffnungen und Befürchtungen genauso wie Begeisterung und Widerstand eine gute Heimat gibt.
  3. Struktur kommt vor Psyche
    weil in Organisationen die Strukturen und Prozesse auf individuelles Verhalten wirken und keiner ausschließlich persönlich anwesend und in seinem Handeln frei ist. Dann liegt der Fokus auch nicht auf mühsamen individuellen Lösungen für Einzelne, sondern auf Struktur Entscheidungen, die Individualität für Viele ermöglichen.
  4. Ausprobieren und FeedbackSchleifen
    denn Prototypen, Experimente und Zwischen-Tests, also empirisches Vorgehen, sind einer detaillierten Planung über Monate oder gar Jahre bei hoher Dynamik und Komplexität überlegen. Statt ermüdendem Durchhalten in der Planwirtschaft setzen sie lieber auf neugieriges Erkunden, offene Reflexion und stetiges Lernen.
  5. Visualisierung und Kürze
    bringen ein Projekt “unter die Leute” und laden zum Mitmachen ein. Statt sich über Dateiformate, Lese- und Schreibberechtigungen, Reporting-Vorlagen und andere Standards einigen zu müssen, benutzen sie offene Türen, sichtbare Task-Boards und Open Collaboration Plattformen.
  6. Selbstorganisation und Ermächtigung
    sind die wirksame Antwort auf die Herausforderungen, denen wir in Unternehmen begegnen. Die Zeit der einsamen Helden an der Spitze ist vorbei. Das Team kann selbst am besten erkennen, welche Aufgabenstellungen eher kompliziert und welche komplex sind, und entscheiden, welches Vorgehensweise, welche Methoden und Tools es sinnvoll einsetzt.

Möchten Sie auch künftig mehr auf Prinzipien setzen? Dann sprechen Sie mich unter lotse@hinz-wirkt.de an, oder kommen zum Bootcamp agile Transformation.

3 Gedanken zu “Prinzipien statt Regeln”

  1. Prozesse und Vorgaben paralysieren. Darum gehört immer auch gesunder Menschenverstand und Systemdenken dazu, selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen.

    Zu Vorgaben zitiere ich Ray Bradbury, Fahrenheit 451:
    „If they give you ruled paper write the other way“

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