Typisch, Typisch

Wie schnell geht es uns über die Lippen: etwas oder jemand typisch zu nennen! Und dabei legen Menschen doch eigentlich Wert darauf, individuell betrachtet und nicht in eine typische Schublade gesteckt zu werden.

Auf der einen Seite gibt es keine Karrierebeilage einer Zeitung, in der nicht über Authentizität und die Notwendigkeit individuell angepasster Arbeitsbedingungen geschrieben wird, auf der anderen Seite erleben gerade psychologische Testverfahren wieder eine Renaissance.

Ich kann den Wunsch, gerade von Personalentscheidern und Führungskräften, nachvollziehen, in dem „Dickicht“ der Individualität und Verschiedenheit Linien der Gemeinsamkeit erspüren zu wollen, die (Personal-)Entscheidungen leichter weil begründbarer macht. Deshalb warne ich davor, dabei zu weit zu gehen und in Typisierungen oder gar Stereotype zu gehen.

C.G. Jungs Typentheorie (seine Wikipedia Seite) bildet die inhaltliche Basis für diejenigen Verfahren, die Gemeinsamkeiten aufspüren, ohne Menschen in Schubladen zu stecken. Denn jeder Mensch ist in der Lage, sein Verhalten situationsangepasst und facettenreich zu gestalten, präferiert in der Regel allerdings eine bestimmte Herangehensweise. Wenn Führungskräfte aus dieser Grundhaltung heraus auf die Suche nach Ihrem „Typus“ gehen, kann ein sinnvolles Verständnis für „meine typischen Situationen“ entstehen. Denn menschliches Verhalten ist nicht zufällig, obwohl es manchmal willkürlich erscheint.

Ich biete im Coaching und bei Beratungsprozessen „von der Managementrunde zum Führungsteam“ daher auch den Einsatz des Golden Profiler of Personality (GPOP) an. Durch die Beleuchtung der zahlreichen Verhaltensfacetten im GPOP Ergebnisbericht und eine ausführliche Selbstvalidierung werden Selbstreflexion und die bewusste Erweiterung des Führungsrepertoires sehr angeregt. Das Verständnis für Unterschiede und wie sie produktiv nutzbar sind wächst…

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