Coaching auf Tütensuppenniveau

droht, so das Fazit meiner Thesen, die ich Freitag auf dem Coaching-Kongress vorstellen werde.
Aber auch im Lotsenblog will ich zur Diskussion einladen…

In Zeiten, wo die Komplexität explodiert, Unsicherheit zunimmt und bewährte Handlungsmuster den Sekundentod sterben, steigt die Sehnsucht der Coaching- Klienten nach „dem richtigen Weg“. Der äußere (Zeit-)druck und der innere (Erfolgs-)druck suchen nach schnell, umsetzbaren Lösungen.
Die Coaching Anliegen haben sich gewandelt: weg von mittelfristigen Entwicklungsthemen hin zu kurzfristigen Überlebensstrategien.
Unter der Leitfrage: Wie viel zirkuläres Fragen darf noch sein, wie viel Ratschlag muss sein, damit Coaching als Profession wirksam und vom Beratungsmarkt unterscheidbar bleibt?
fällt mein Blick auf die „Szene“ kritisch aus.

Professionelles Business Coaching braucht:

  • Mehr Kontext: wirksames Business Coaching geht nur mit Organisationswissen
  • Mehr Kenntnis: ein wirksamer Business Coach kann kompliziert und komplex auseinanderhalten
  • Mehr Vernetzung: Die Tendenz zur immer stärkerer Individualisierung von Coaching Anliegen ist Mist! Es braucht mehr Netzwerken, mehr Gruppendynamik, mehr Mikropolitik
  • Mehr Komplexität: Coaching in Orientierungslosigkeit muss die Komplexität erhöhen
  • Mehr seemännische Gelassenheit: Coaching darf Rat geben, genauso wie Beratung Coaching Prozesse nutzen darf
  • Mehr Transfer: Komplexitätsfähigkeit von Organisationen erhöhen

Denn wer den Organisationskontext durch Coaching Tools ersetzt, der coacht auf Tütensuppenniveau!
(diese Metapher ist vom Beraterkollegen Dück entliehen)

Coaching auf Tütensuppenniveau from Hinz.Wirkt!

 

6 Gedanken zu “Coaching auf Tütensuppenniveau

  1. Hallo Frau Müller,
    die Reaktion war unterschiedlich. Eine Fraktion berief sich auf die Autonomie des Klienten, der seinen Prozess und die Ziele selbst steuert. Ein anderer -zahlreicher- Teil sah das „Problem“ als fristig, weil sich Tütensuppenanbieter von selbst aus dem Markt herausbringen, wenn die Klienten merken würden dass…
    Und ein weiterer Teil gab mir Rückenwind, dass sich die Profession „Business Coaching“ aktiv und deutlich abgrenzen muss, statt allein auf die Selbsterkenntnis oder -heilungskräfte zu vertrauen…

  2. Coaching, das die Werkzeuge für Lösungen an die Hand gibt,-noch besser diese Werkzeuge mit den Gecoachten erarbeitet- sind nachhaltig. Ich hatte das Glück einer guten Trainerin, und heute noch nutze ich diese Werkzeuge, die natürlich ständig von mir angepasst werden. Coaching muß mit den Menschen und nicht einzig um eine Sache gelebt werden, dann entwickelt sich etwas.

  3. Ich glaube viele junge, hochgezüchtete Berater verstehen unter einem Coachingprozess tatsächlich eine Problemlösung, die ähnlich wie ein Handwerker ein kaputtes Rohr reparatiert, schnell und einfach durch den Einsatz 2-3 Tools vollzogen werden kann. Darauf ergibt sich das von Ihnen beschriebene „Coaching auf Tütensuppenniveau“.

  4. Ja, ich gebe Ihnen unbedingt recht. Im Bildungsbereich wird der Begriff inflaationär herumgereicht und oft mit „Druck machen“ verwechselt.Also, es ist der Benutzungseffekt der hier dafür sorgt das eine Sache völlig mißverstanden und falsch eingesetzt wird.

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